Bringen Kryptowährungen neuen Reichtum oder ist das digitale Geld Betrug?

Kryptowährungen spalten die Gemüter der Anleger. Viele halten das digitale Kunstgeld für eine Chance auf Reichtum. Immerhin stieg die Marktkapitalisierung von Bitcoin und Co. im Jahr 2017 um über 800 Prozent. Namhafte Experten dagegen vermuten hinter den dezentralen Zahlungssystemen Betrug und warnen vor einer Blase. Deren Platzen könnte bisherige Börsenbeben leicht in den Schatten stellen.

Kettenrektion im fernen Osten

Wie schnell Stimmungen umschlagen können, zeigt der September 2017. Mit einer Erklärung Initial Coin Offerings (ICO), eine Art zur Finanzierung von Start Ups, für illegal zu erklären, schickte die chinesische Zentralbank Kryptowährungen auf Talfahrt. Öl ins Feuer gossen Berichte von Bloomberg und dem Wall Street Journal, die Regierung Chinas wolle den Handel mit künstlichen Währungen an den Börsen des Landes verbieten. Der massive Druck veranlasste den Börsenbetreiber BTC China zur Ankündigung, den Handel einstellen zu wollen. Die Bitcoin-Börse ViaBTC zog nach, genau wie die Handelsplattform Yobtc, die Bitcoin-Börse Huobi und die Bitcoin-Börse OKCoin, beides große Player in China.

Anfällig für Fake News

Dass die Meldungen aus China eventuell Fake News waren, spielt keine Rolle. Zwar bezeichnete der Chef der ältesten Bitcoin-Börse Chinas, Bobby Lee, auf Twitter die Berichte über ein Handelsverbot für Kryptowährungen als falsche Behauptungen. Gestützt wurde diese Vermutung dadurch, dass die großen chinesischen Bitcoin-Börsen die übliche Volumina beim Handel verzeichneten und der Kurs der Währung wieder stieg. Dennoch zeigen die Ereignisse, auf welch tönernen Füßen Kunstwährungen stehen.

Was Börsengurus vom künstlichen Geld halten 

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, ist einer der schärfsten Kritiker. Er wolle jeden Händler feuern, wenn dieser mit Bitcoin handle, erklärte er. Bitcoin hält Dimon für Betrug, der den mit Tulpenzwiebeln noch übertreffe. Zur Erinnerung: Tulpenzwiebeln lösten im 17. Jahrhundert in den Niederlanden zuerst eine globale Hysterie und dann einen riesigen Crash aus. Kleinanleger verloren damals Unsummen. Doch er ist nicht der einzige Experte, der das künstliche Geld nahe am Betrug verortet und in ihm eine Bedrohung des traditionellen Bankwesens sieht. Warren Buffet, bekannter Investor, lobte Bitcoin im Jahr 2014 zwar als eine effektive Art der Übermittlung von Geld. Die Vorstellung eines großen inneren Werts hält er allerdings für absurd. Er kritisiert die niedrigen Einstiegskriterien für Zahlungsmodalitäten und den geringen Schutz der Währungen vor Konkurrenten.

Auf die Eigenschaften von echtem Geld weist der Kolumnist der New York Times, Paul Krugman, hin. Geld müsse gleichzeitig Tauschmittel und ein Wertspeicher sein, schrieb der Nobelpreisträge und Wirtschaftswissenschafter im Jahr 2013. Und genau das ist eine Währung wie Bitcoin nicht. Im Gegenteil: Die Technologie ist leicht zu duplizieren, der Währung fehlt das rechtliche Fundament. Recht hat er. Das Verbot der Regierung Chinas zeigte deutlich, dass sie den Geld-Fluss kontrollieren will und Bitcoin nicht akzeptiert. Die Vermutung einer neuen Blase, ist nicht von der Hand zu weisen.

Eine neue Blase

Profiteure dieser Blase stehen bereit. Es sind Hedge-Fonds-Manager wie Mike Novogratz. Er halt Kryptowährungen für die “größte Blase in seinem Leben” und ist entschlossen, damit viel Kapital zu machen. Deshalb gründet er einen Hedgefonds, mit dem er 350 Millionen Dollar, davon 150 Millionen aus dem eigenen Portfolio, einsammeln möchte. Dass dieser Hedgefonds Gewinn aus der Erwartung plant, dass die Kunstwährungen früher oder später zusammenbrechen, verheißt nichts Gutes über die Zukunft von Bitcoin und Co.

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