Wo sind die Grenzen beim Wachstum?

Bis jetzt erscheint das Wachstum der Wirtschaft einfach unbegrenzt. Doch Kritiker fragen: Wie produktiv muss ein Arbeiter eigentlich noch werden, um auch in Zukunft Wachstum zu gewährleisten? Oder werden wir alle früher oder später durch künstliche Intelligenz ersetzt? Welche Folgen hat das für den Arbeitsmarkt, wenn uns allen bald ein Schicksal als Hartz-IV-Empfänger oder Rentner droht?

Das Ende des Konsums

Donald Trump hat gut reden. Der US-Präsident preist die Wirtschaft, der es so gut gehe wie noch nie. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Während einzelne Wirtschaftssektoren durchaus beflügelt werden, stagnieren die Löhne der Arbeiter. Im letzten Jahr stiegen die Stundenlöhne in den Vereinigten Staaten im Durchschnitt nur noch um 2,6 Prozent. Gleichzeitig geht es gerade dem Einzelhandel schlecht. Weltweit ist er ein Indikator dafür, wie konsumfreudig die Massen sind. Wird viel gekauft, dann kommt die Wirtschaft in die Gänge. Doch nicht nur am Rande der großen Städte sprechen leere Einkaufscenter eine deutliche Sprache. In New York, dem Paradies des Shoppings, kann man die Läden in den Top-Lagen von Manhattan gar nicht mehr zählen, die in letzter Zeit geschlossen wurden. Nicht nur die hohen Mieten und die Konkurrenz aus dem Internet machen dem Einzelhändler vor Ort das Leben schwer. Verdienen die Arbeiter wenig, dann können sie sich den Konsum einfach nicht mehr leisten.

Einbruch im Immobiliensektor

Auch im Immobiliensektor scheint sich der Optimismus zu verflüchtigen. Während Donald Trump seine Steuerreform als die “beste aller Zeiten” preist, bekommen Immobilienunternehmen sehr stark die steigenden Zinsen zu spüren. Eine Volkswirtschaft mit Rekordschulden leidet enorm, wenn die Zinsen auch nur minimal ansteigen. Eine Serie von schwachen Daten am Markt für Immobilien lässt nichts Gutes ahnen.

Schmale Ressourcen

Spätestens seit Beginn der Globalisierung verlangt die Wirtschaft nach einem Wachstum in einem nie gekannten Ausmaß. In jedem Lebensbereich ist die Dynamik greifbar, sei es in Forschung und Technik, Wirtschaft und Wissenschaft oder in der Ausbeutung von Ressourcen. Dabei sind es gerade diese Ressourcen, die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Die Vorräte an Öl, seltenen Erden oder Phosphor werden eines Tages zur Neige gehen. Jedem klar denkenden Wissenschaftler oder Unternehmer ist klar, dass bei jeder Ressource die Grenze einer rentablen Nutzung ein Problem ist. Sind wir also auch hier schon an die Grenze gelangt?

Wachstum ist endlich

Folgen alle Gesellschaften der Welt dem Prinzip der Wachstumswirtschaft, dann erreicht man sehr schnell “das Ende der Fahnenstange”, warnt der Sozialpsychologe Harald Welzer. Ein unendliches wirtschaftliches Wachstum hält er für eine Illusion. Schon im Jahr 1972 zeigte der Club of Rome in seinem Bericht “Grenzen des Wachstums”, wohin die Reise geht und wo sie endet. Wegfallende Ressourcen können nicht so einfach wie manche Ökonomen noch vor ein paar Jahren glaubten durch etwas anderes ersetzt werden. Harald Welzer mahnt deshalb Innovationen an, die tatsächlich etwas bringen. Er weist darauf hin, dass diese Innovationen schon lange nicht mehr von den großen Unternehmen kommen. Es ist die Zivilgesellschaft, die neue Maßstäbe setzt. Das aber lässt hoffen. Denn das Ende des Wachstums ist nicht das Ende der Geschichte. Es geht darum, Vorhandenes klug zu nutzen und nicht die Schraube immer weiter und am Ende so fest anzudrehen, dass gar nichts mehr geht.

Hubert Beck

Hubert Beck

Diplom-Kaufmann (FH) Hubert Beck ist bereits seit über 26 Jahren als Selbstständiger Berater und Autor tätig. Bezogen auf das Thema Geld ist seine Auffassung, dass Geld-Wissen wichtig ist: Wie organisiert man sich finanziell? Womit nimmt man Geld ein, und wofür gibt man es aus? Wie gelingt es, dass sich Geld vermehrt? Wie lässt sich Überschuldung verhindern? Wie zieht man sich aus einem wirtschaftlichen Tief wieder nach oben?
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