Wie steht es um das Vertrauen in die Notenbanken? 

Seit nunmehr fast einem Jahrzehnt leben wir nun schon in einem Niedrigzinsumfeld. Was einst als Weg hin zu einer stabilen Konjunktur angepriesen wurde, droht sich nun ins Gegenteil zu richten. Die optimistische Bewertung der Aktienmärkte könnten hierdurch in Gefahr sein. Neueste Entwicklungen deuten daher darauf hin, dass Anleger zusehends das Vertrauen in diese Strategie verlieren.

Keine Zinserhöhung seitens der europäischen Notenbank
Es scheint als sei das ideale Maß überschritten. Viele Leitzinsen befinden sich auf dem Tiefststand und eine Erhöhung ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht. Einzig die FED zieht zunehmend die Zügel an. Bisher deutet jedoch nichts darauf hin, dass andere sehr bald folgen werden. Besonders die EZB unter Präsident Mario Draghi verteidigt weiter konsequent die aktuelle Geldpolitik. Welche negativen Auswirkungen dieser Weg jedoch haben kann, zeigt die japanische Notenbank, deren Aktienmarkt Nikkei nach einer überraschenden Ankündigung von Strafzinsen deutlich eingebrochen ist. Vor allem der Bankensektor wurde hiervon hart getroffen, bedingt durch sinkende Zinsmargen. Dies könnte Japan in eine erneute Rezession führen, wenn der aktuelle Kurs beibehalten wird.

Aktienmarkt durch Geldpolitik befeuert
Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, einer deutlichen Kurskorrektur, sollten die Zinsen nach oben angepasst werden. Experten gehen davon aus, dass aktuelle Rekordstände von DAX und Co. vor allem auf die Geldpolitik der EZB und FED zurückzuführen seien. Damit befürworten viele Anleger ein Verbleiben der Zinsen auf dem bisherigen Niveau. Es gibt jedoch Befürchtungen, dass die Notenbanken mit ihren Maßnahmen Blasen erzeugen, die die Konjunktur früher oder später auf eine Talfahrt schicken könnten. Allen voran die FED, deren erklärtes Ziel es bisher immer war, den Aktienmarkt zu neuen Höchstständen zu treiben. Sollten also Investoren in Zukunft ihr Vertrauen in die Geldpolitik verlieren, stünden uns schwere Zeiten bevor. Das Blasen erzeugen hätte damit zwar ein Ende, jedoch könnten ebendiese dann sehr schnell platzen.

Drohende Inflation als Damoklesschwert über den Köpfen der Sparer
Aus Sicht der Sparer birgt die Strategie von EZB und FED vor allem ein Risiko: Eine plötzliche Geldentwertung und damit ein Verlust der eigenen Kaufkraft. Für viele hochverschuldete Staaten scheint eine Inflation jedoch der letzte Ausweg zu sein. Dementsprechend wird weiterhin in Höchstgeschwindigkeit neues Geld in Umlauf gebracht. Eine Zinserhöhung ist vielerorts nicht in Sicht. Zwar bewegen sich die Währungen zurzeit noch auf einem stabilen Niveau, aber das könnte sich schnell ändern. Aus diesem Grund verlieren viele Sparer das Vertrauen in die Notenbanken und Investitionen in Sachanlagen erscheinen zunehmend attraktiver.

Es deuten somit mehrere Indizien darauf hin, dass das Vertrauen in die Notenbanken zunehmend nachlässt. Auch wenn die Maßnahmen ihren Zweck erfüllt und dem Aktienmarkt, sowie der Konjunktur wieder auf die Beine geholfen haben, ist es doch fraglich, wie nachhaltig diese Entwicklungen sein werden. Bis auf Weiteres ist jedoch keine Änderung der Lage in Sicht. Die EZB und die FED werden auch weiterhin Blasen erzeugen und eine Zinserhöhung auf Vorkrisenniveau erscheint utopisch. Es bleibt also abzuwarten, ob uns tatsächlich eine erneute Rezession bevorsteht oder ob der Vertrauensverlust in die Notenbanken sich doch als unberechtigt herausstellt.

5.00 avg. rating (100% score) - 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.