Wie Gut oder Schlecht ist die Aktuelle Wirtschaftliche Lage?

In den Nachrichten wurde fortlaufend über die gute Konjunktur in der Bundesrepublik berichtet. Seit mehreren Monaten hören wir immer wieder, wie gut unser Land dasteht. Ein anderes Bild zeichnet sich, wenn wir die Presse verfolgen. Seit Jahresbeginn warnen alle großen Notenbanken vor dem Zusammenbruch und auch Lord Rothschild hat sich  mit einem negativen Ausblick geäußert. Was ist die Wahrheit?

Verschuldung steigt

Eine gute Konjunktur ist für Deutschland tatsächlich auszumachen. Die Wirtschaft läuft gut, um 2,2 Prozent legte das Bruttoinlandsprodukt im letzten Jahr zu. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn Deutschland entwickelt sich nicht im luftleeren Raum. Um zu erfahren, wie gut die Lage ist, müssen wir das System weltweit betrachten. Und hier ist die Gefahr für einen Crash im Banken-System nicht gebannt. So musste Chinas Zentralbank erst jetzt 502 Milliarden Yua, das sind rund 63 Milliarden Euro, in das Bankensystem leiten. Eindringlich warnt die Chinesische Notenbank davor, dass die Schulden-Blase platzt. Wie fragil die Situation ist, zeigt der bodenlose Fall der türkischen Lira innerhalb kurzer Zeit. Neben allen nationalen Notenbanken warnt Goldman Sachs vor dem nächsten Crash.

Es sei die Steuerpolitik von Donald Trump, so die Experten dort, die in einer ökonomischen Katastrophe enden wird. Die Verschuldung steigt munter weiter. Im ersten Quartal 2018 erreichte sie 247 Billionen Dollar. Dagegen waren die Zinsen noch nie so tief. Ein enormes Problem: Je weiter die Schulden wachsen, desto empfindlicher reagieren Wirtschaft und Finanzmärkte auf höhere Zinsen. Die Akteure haben sich ganz einfach auf das niedrige Zinsniveau eingerichtet.

Eine Zinswende gibt es (noch) nicht

Eine ausgeprägte Erhöhung können wir vorerst alle noch vergessen. Der Chef der EZB, Mario Draghi, belässt den Zins weiter bei 0 Prozent, den Negativzins für Einlagen bei der EZB sogar bei minus 0,4 Prozent. Zugleich lässt er wissen, dass er das irre EZB-Aufkaufprogramm verlängert. Zwar werden statt der bisherigen 60.000 Millionen Euro nur 30 Milliarden Euro in jedem Monat gedruckt, aber das ist immer noch viel zu viel. Und eine Wende ist es schon gar nicht. Bis heute hat die EZB 2,188 Billionen Euro in den Markt gepumpt. Damit betreibt sie eine Staatsfinanzierung, die man knallhart auch Insolvenzverschleppung nennen kann.

Weil höhere Zinsen die Welt in eine schwere Krise führen könnten, befinden sich Staaten und deren Notenbanken rund um den Globus nun in einem unlösbaren Dilemma. Die derzeit vorherrschende Politik der kleinen Schritte bei der Angleichung der Zinsen kann nur so lange gut gehen, wie sich die Inflation in den einzelnen Staaten auf einem eher moderat zu nennenden Niveau befindet. Für Deutschland soll die Inflation  2019 1,7 Prozent nicht übersteigen. Doch in den Vereinigten Staaten wird für dieses Jahr bereits eine Inflationsrate von bis zu 2,6 Prozent und 2019 von 3  Prozent erwartet. Eine derartig hohe Inflationsrate kann nur bedeuten, dass die Fed, die US-amerikanische Notenbank, sich gezwungen sieht, die Zinsen schneller und aggressiver anzuheben, als der Markt dies erwartet. Dann aber platzt die nächste Blase.

Denn ein schnelles Drehen an der Zinsschraube würde das Banken-System erschüttern und eine Pleitewelle nach sich ziehen. Deutschland mit seinen international agierenden Banken und seiner vom Export abhängenden Wirtschaft stehen also schwere Zeiten bevor.

Hubert Beck

Hubert Beck

Diplom-Kaufmann (FH) Hubert Beck ist bereits seit über 26 Jahren als Selbstständiger Berater und Autor tätig. Bezogen auf das Thema Geld ist seine Auffassung, dass Geld-Wissen wichtig ist: Wie organisiert man sich finanziell? Womit nimmt man Geld ein, und wofür gibt man es aus? Wie gelingt es, dass sich Geld vermehrt? Wie lässt sich Überschuldung verhindern? Wie zieht man sich aus einem wirtschaftlichen Tief wieder nach oben?
Hubert Beck
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