Renteninformationen- Ein Buch mit sieben Siegel?

Die meisten Arbeitnehmer bekommen einmal im Jahr ein Schreiben von der gesetzlichen Rentenkasse. Diese Renteninformation sagt ihnen, mit welcher Rente sie im Alter oder bei einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit rechnen können. Doch viele der wichtigen Faktoren lässt der Brief von der gesetzlichen Rentenversicherung einfach unter den Tisch fallen.

Trügerische Sicherheit

Ist Ihnen eigentlich klar, dass Ihr jährlicher Rentenbescheid nichts anderes ist als eine Momentaufnahme? Wenn Sie glauben, dass Sie die Rente bekommen, die Ihnen dort genannt wird, dann haben Sie eine wichtige Information nicht gelesen: Vorausgesetzt, Ihr Verdienst bleibt so, wie er aktuell ist. Können Sie dafür garantieren? Blanke Theorie ist auch die Mitteilung bei der “Rentenanpassung”. Hier sagt Ihnen Ihr Rentenbescheid eine noch viel höhere Summe voraus – aber nur, wenn die Rente bis zu Ihrem Renteneintritt regelmäßig steigt.

Das aber kann heute ein vernünftig denkender Mensch kaum noch für bare Münze nehmen. Zwar steigen die Renten im Augenblick noch, doch wenn die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter kommen, dürfte sich das schlagartig ändern. Nicht ändern wird sich die Wirkung der Inflation. Die schleichende Geldabwertung sorgt dafür, dass die Kaufkraft über die Jahre kontinuierlich sinkt. Wie hoch die Inflation in Zukunft sein wird, weiß niemand. Bei etwa 2,5 Prozent lag sie im Durchschnitt in den letzten Jahren. Bleibt es dabei, halbiert sich die Kaufkraft Ihrer Rente innerhalb der nächsten 20 Jahre.

Enorme Abzüge

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben: Bei der Rente aus Ihrer Renteninformation handelt es sich um eine Brutto-Rente. Auf diese zahlen Sie dann noch Beiträge für die Kranken- und die Pflegeversicherung. Heutige Rentner zahlen bereits einen Anteil von 7,3 Prozent für die Krankenkasse. Der Zuschlag, den jede Kasse nehmen darf und der natürlich nur vom Versicherten selbst gezahlt wird, ist noch gar nicht dabei. Der Beitrag für die Pflege liegt derzeit bei  2,35 Prozent. Und wenn Sie zu denjenigen gehören, die ab dem Jahr 2040 in den Ruhestand gehen, erwischt Sie auch die Steuer in vollem Umfang. Denn dann ist Ihre gesamte Rente voll steuerpflichtig.

Rentenbescheid richtig deuten

Übrigens hilft es nichts, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Schauen Sie sich Ihren Rentenbescheid gut an und prüfen Sie, ob dieser alle Versicherungszeiten erfasst. Melden Sie fehlende Zeiten nach, das erhöht eventuell Ihre Rente. Die richtigen Lehren aus der Renteninformation ziehen Sie, wenn Sie spätestens jetzt mit der privaten Altersvorsorge beginnen. Denn wer sich nur auf seine gesetzliche Rente verlässt, wird garantiert im Alter verlassen sein.

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