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Es gibt im Wirtschaftsleben gewisse Megatrends, über deren Existenz und Entwicklung auch Aktionäre immer bestmöglich informiert sein sollten. Einer dieser Megatrends dürfte aktuell mit Sicherheit die Digitalisierung sein, die sich auf verschiedenste Art und Weise auf die Veränderung bestimmter Lebensbereiche und auch auf die Art des Handels mit finanziellen Anlageprodukten auswirkt. Während die Branche der Finanzberatung traditionell von einem sehr persönlichen Verhältnis zwischen menschlichen Beratern und deren Kundinnen und Kunden dominiert wurde, sind mittlerweile auch in diesem Bereich digitale Alternativen auf dem Vormarsch. Allerdings sollten Sie bei der Planung Ihrer finanziellen Zukunft zunächst einmal dezidiert alle Vor- und Nachteile menschlicher und digitaler Berater gegeneinander abwägen.

Reizthema Provision

Bei manchen Finanzanlagen können Provisionen für den Abschluss eines Vertrags wie zum Beispiel einer Lebensversicherung dafür sorgen, dass Makler wie auch Banken diese Produkte ohne Rücksicht auf Verluste an die Kundschaft vermitteln wollen. Nachdem es nicht zuletzt in England einen veritablen Skandal rund um die Provisionen für den Abschluss von Lebensversicherungen gab, wollte auch die deutsche Politik mit harter Hand reagieren. Tatsächlich ist aber noch nicht abschließend geklärt, ob und wann der sogenannte “Provisionsdeckel” nun wirklich kommen kann und wird. Ganz allgemein geben sich viele private Anleger beim Thema Provision durchaus unrealistischen Illusionen hin: Schließlich sind für so manchen Gelegenheits-Spekulanten gar nicht alle Kosten einer Geldanlage ohne Weiteres als Provisionen und sonstige Gebühren zu erkennen. Mitunter werden Sie mit einem gewissen Informationsdefizit erst nach einem Jahr oder überhaupt erst nach dem Verkauf bestimmter Wertpapiere genau sagen können, wie hoch Ihre Rendite nach Abzug aller angefallenen Kosten wirklich ausfällt.

Eine Zukunft ohne Berater?

Viele Privatanleger scheuen bei der Planung ihrer finanziellen Zukunft und Altersvorsorge den Gang zum Finanzberater, weil sie eine Belastung mit hohen Kosten für die persönliche Beratung scheuen. Dabei könnte ein Finanzberater genau derjenige Fachmann sein, der bei der Unterscheidung zwischen günstigen sowie in der Verwaltung überteuerten Finanzprodukten rasch und unkompliziert helfen könnte. Letztendlich kann also die Beratung durch einen persönlichen Finanzberater mitunter sogar kostengünstiger sein als der Erwerb von Anteilen an einem aktiv gemanagten Fond mit überteuerter Gebührenstruktur. So mancher Anleger setzt seine Hoffnungen in digitale Instrumente des Vermögens-Managements, um so Kosten für einen menschlichen Berater sparen zu können. Allerdings können sich auch digitale Instrumente zur Vermögensberatung überraschend als Kostenfalle entpuppen. Grundsätzlich wird die Branche von vielen Fachleuchten als prädestiniert für einen größeren Wandel angesehen: Vermutlich dürfte bei den Maklern das sogenannte Prinzip der Ausschließlichkeit in naher Zukunft der Geschichte angehören. Überhaupt dürfte ein großer Teil der heutigen Berater bis in wenigen Jahren den Job gewechselt haben, da sich immer mehr Menschen ihre Finanzprodukte über spezielle Vermittlungsseiten im Internet suchen.

Künstliche Intelligenz als Kostenfalle?

Natürlich könnte die Künstliche Intelligenz mit ihren Algorithmen grundsätzlich wohl kostengünstiger operieren als professionell ausgebildete Finanzberater. Doch seien Sie sich bewusst, dass auch die Urheber der digitalen Finanzberatungsdienste für ihren Aufwand entschädigt werden wollen. Somit kann heutzutage auch bei einer Finanzberatung durch Künstliche Intelligenz so manche Kostenfalle dafür sorgen, dass vermeintliche Traumrenditen sehr schnell zu bodenständigen Erfolgsaussichten Zusammenschrumpfen. Um solche Fallstricke bei der Finanzplanung besser erkennen zu können, lohnt sich die Aneignung gewisser Grundkenntnisse zu Investment-Themen. Mit dem Geld-Lerngang können Sie sich dieses Wissen in übersichtlich strukturierten Lektionen aneignen, um so die tatsächlichen Ertragschancen einer Geldanlage wirklich realistisch einschätzen zu können.

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Hubert Beck

Diplom-Kaufmann (FH) Hubert Beck ist bereits seit über 26 Jahren als Selbstständiger Berater und Autor tätig. Bezogen auf das Thema Geld ist seine Auffassung, dass Geld-Wissen wichtig ist: Wie organisiert man sich finanziell? Womit nimmt man Geld ein, und wofür gibt man es aus? Wie gelingt es, dass sich Geld vermehrt? Wie lässt sich Überschuldung verhindern? Wie zieht man sich aus einem wirtschaftlichen Tief wieder nach oben?
Hubert Beck
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