Kann die Europäische Einlagen-Sicherung Europa retten?

Die Europäische Zentralbank fährt ihre irre Geldpolitik weiter. Eine Zinswende, wie von vielen erhofft, ist nicht in Sicht. Auch in den kommenden Jahren wird es sie ganz sicher nicht geben. Jetzt sind es die Banken in der Euro-Zone, die mit immer mehr Geld vor dem Zusammenbruch geschützt werden müssen. Und schon bald wieder die Staaten.

Es bleibt alles beim Alten 

EZB-Chef Mario Draghi hat nicht vor, ein System zu ändern, was sich in seinen Augen bewährt hat. Deshalb bleibt es auch weiterhin bei 0 Prozent Zinsen. Bei minus 0,4 Prozent verharrt der Negativzins für Bankeinlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Ein weiteres geldpolitisches Dilemma: Auch das EZB-Aufkaufprogramm wird wieder einmal verlängert. Eigentlich sollte es zum Ende des Jahres auslaufen. Jetzt werden für noch einmal neun Monate weitere 30 Milliarden Euro im Monat gedruckt. Damit verlangsamt sich die Verschuldung aber nur – ein Ende ist nicht in Sicht.

Bankenrettung um jeden Preis

Geld wird in den Eurostaaten – wie eigentlich immer – dringend gebraucht. Oder können Sie sich noch an etwas anderes erinnern? Erneut geht es um die Bankenrettung im großen Stil. Dazu herhalten sollen nun finanzielle Mittel direkt aus dem Rettungsschirm für den Euro, dem ESM. Wenn die EZB-Bankenabwicklungsbehörde SRB nicht mehr genügend Mittel hat, marode Geldhäuser zu stützen, greift man also hier zu. Insgesamt sollen für den Fall der Fälle 60 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Insgesamt 25 Milliarden Euro hat man bereits eingesammelt. Vergeben werden sollen die Mittel als Kredit, so heißt es. Doch glauben Sie wirklich, dass das Geld jemals zurückfließt?

Mehr Verschuldung für alle

Echtes Wachstum wird es also auf absehbare Zeit nicht geben. Stattdessen nimmt der Marsch in eine Vergemeinschaftung von Schulden Fahrt auf. Ziel ist die Einführung einer Einlagen-Sicherung für Geldhäuser im gesamten Euroraum. Diese gemeinsame europäische Sicherung von Spareinlangen (Edis) soll bei kommenden Krisen Druck von den Banken nehmen. Eine an und für sich gute Idee. Doch wenn es in Zukunft so einfach ist, marode Geldhäuser zu retten, warum sollen sich die Banken dann noch bemühen. In der Tat wird Edis in Deutschland sehr kritisch gesehen. Ein Grund ist der hohe Bestand an faulen Krediten, der vor allem die Bilanzen von Banken in Südeuropa schlecht aussehen lässt.

Doch damit nicht genug: Was in Zukunft bei den Geldhäusern funktionieren soll, die Rettung auf Kosten einer höheren Verschuldung, ist auch bei den Staaten das Mittel der Wahl. Deshalb will EZB-Chef Draghi ein solches Stabilisierungsinstrument wie die Einlagen-Sicherung auch für die Euro-Zone. Dann zahlt im Fall der Fälle jeder für alle.

Hubert Beck

Hubert Beck

Diplom-Kaufmann (FH) Hubert Beck ist bereits seit über 26 Jahren als Selbstständiger Berater und Autor tätig. Bezogen auf das Thema Geld ist seine Auffassung, dass Geld-Wissen wichtig ist: Wie organisiert man sich finanziell? Womit nimmt man Geld ein, und wofür gibt man es aus? Wie gelingt es, dass sich Geld vermehrt? Wie lässt sich Überschuldung verhindern? Wie zieht man sich aus einem wirtschaftlichen Tief wieder nach oben?
Hubert Beck
5.00 avg. rating (100% score) - 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.