Haben wir wirklich nichts aus der Finanzkrise 2007 gelernt?

Was würde Platon dazu sagen? Rund 400 Jahre vor Christus gliederte der antike griechische Philosoph und Schüler von Sokrates die Seele noch in drei gleiche Teile. Zur Begierde gesellten sich Mut und Vernunft. Heute aber scheint es nur noch die Gier zu geben. Denn während wahres Geld als “wertloser Dreck” bewertet wird, verzeichnet eine Währung. die in Wirklichkeit Luft ist, zweistellige Tageszuwächse.

Die große Zeit der Illusionen

Es gab Zeiten, da erschien der Bitcoin wie der große Retter. Ungleich wertvoller als Gold heizte die Kryptowährung die Phantasie der Investoren an. Das allerdings ist, im Moment jedenfalls, Geschichte. Von einem Wert von über 22.000 Dollar ist das künstliche Zahlungsmittel auf 8.600 Dollar gefallen.

Doch halt. Ein wirkliches Zahlungsmittel in der richtigen Welt ist der Bitcoin ohnehin nicht. Oder wie sollen Geschäfte oder Unternehmen eine Währung akzeptieren, deren Gegenwert in Dollar innerhalb von wenigen Stunden um zweistellige Prozentzahlen steigt oder sinkt? Natürlich funktioniert der Kryptotaler im direkten Zahlungsverkehr von Nutzer zu Nutzer. Doch auch dieser Vorteil, der von Befürworter oft unterstrichen wird, spricht nicht wirklich für ihn. Banken, so heißt es, könnten in die Pleite gehen. Mit Bitcoin dagegen ist man sicher, das Geld hat man ja selbst, quasi wie Bargeld im Safe zu Hause. Dabei werden in der Praxis Bitcoin-Wallets munter von Hackern geknackt. Millionen gehen den Bach herunter.

Keine Lehren aus der Blase

Die Furcht vor verheerenden Blasen geht nicht erst seit der Finanzkrise 2007 um. Gelernt haben die Staaten nichts. Das zeigt nicht nur der Hype um den Bitcoin. Als Janet Yellen im Februar 2018 ihr Amt als Präsidentin des Federal Reserve Board abgab, hinterließ sie ein schlechtes Erbe. Unter ihrer Führung hat die US-Notenbank mit ihrer Geldpolitik die Blasen an den Märkten enorm aufgepumpt. Das zeigen Zahlen ganz deutlich. Zu Beginn der Amtszeit von Frau Yellen betrug der Börsenwert des S&P500 etwa 16,5 Billionen Dollar. Im Februar 2018 waren es mehr als 23 Billionen Dollar.

Es ist ja nicht so dass Analysten nicht vor einem Blasenrisiko gewarnt hätten. In den letzten Jahren wurden immer wieder Stimmen laut, dass der Aktienmarkt in den Vereinigten Staaten extrem überbewertet sei. Erste Kurskorrekturen deuten sich bereits an. Wie groß die Widerstandskraft des Bankensystems ist, wird erst der nächste Zusammenbruch zeigen. Und der steht nach Einschätzung zahlreicher Experten in den nächsten Jahren an.

Die Gefahr einer Immobilienkrise wächst wieder

Von all dem wollen die Staaten nichts wissen. Platon hatte Recht, als er die Gier als die furchtbare Seite der Seele kennzeichnete. Denn die Gier sorgt dafür, dass Menschen nicht lernen wollen. Das zeigt auch der Immobilienmarkt. Hier schiebt sich längst die nächste Katastrophe zusammen. Der UBS Global Real Estate Bubble Index, eine Art Barometer für Blasen, offenbart Unerfreuliches. In fünf Städten weltweit zeigen die Preissteigerungen bei Immobilien auf die Gefahr der Überhitzung. Neben Sydney, Toronto, San Francisco und Stockholm hat sich auch München auf dieser Liste etabliert.

Gold wird wohl weiter zulegen

Weiter zulegen wird auch der Goldpreis. Da sind sich Analysten, etwa von der Commerzbank, sicher. Bis zum Ende dieses Jahres könnte die Feinunze wieder etwa 1.350 US-Dollar kosten. Für das Ende des Jahres 2019 sieht die zweitgrößte Bank in Deutschland den Goldpreis um weitere etwa 150 Dollar im Durchschnitt enteilen. Die Nachfrage profitiert von der weltweiten Unsicherheit. So lange die Gefahr nicht gebannt ist, wird sich daran nichts ändern.

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