Geldmarkt-Manipulationen: Eine der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts?

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Wenn Märkte sich nicht wie gewohnt bzw. teilweise absolut atypisch verhalten, hat das manchmal einen simplen Grund: Manipulationen. Die EZB und andere Zentralbanken tun es, Geldinstitute tun es und Unternehmen tun es ebenfalls. Aus diesem Grund stellen sich immer mehr Anleger eine vermeintlich simple Frage: Wem kann ich in solchen Zeiten überhaupt noch trauen?

Die Zentralbanken und die irrationale Geldpolitik
Nicht erst seit heute fragen sich viele Menschen, wann oder ob die lockere Geldpolitik von EZB und Co. endlich ein Ende finden wird. Insbesondere in Zeiten, in denen die Kapitalmärkte (sowohl Aktien und Anleihen, als auch Immobilien) immer mehr Überhitzungs-Erscheinungen zeigen, scheint die Weiterführung der derzeitigen Geldpolitik irrationaler denn je. Aus Finanzstabilität werden hier schnell Währungsmanipulationen und vermeintliche Währungshüter schaden der Wirtschaft am Ende mehr als zu ihrem Schutz beizutragen.

Ein besonders schwerwiegender Fall ist derzeit in der Schweiz zu finden. Dort wies die Schweizerische Nationalbank (SNB) erst kürzlich den höchsten Gewinn ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte aus. Ein Plus von umgerechnet 46 Milliarden Euro blieb unterm Strich übrig. Damit übertraf das Finanzinstitut sogar den bisherigen Rekordhalter Apple mit zuletzt etwa 40 Milliarden Euro. Das Gro des Überschusses hat seinen Ursprung in den Devisengeschäften der Nationalbank. Mit dem Ziel die Überbewertung des Schweizer Franken abzuschwächen kaufte SNB jahrelang im großen Stil ausländische Geldmittel auf. Nachdem der Kurs der Nationalwährung dadurch bedingt einen Rückgang verzeichnen konnte, explodierten die Gewinne des Finanzinstituts. Ein klarer Fall von Währungsmanipulationen mit einem maßgeblichen Einfluss auf die Weltwirtschaft. Eine weitere wichtige, wenn auch kleinere Position bei den Buchgewinnen stellen die Gold- und Silber-Bestände der Nationalbank dar. Allein über diese konnte das Institut einen zusätzlichen Ertrag von rund drei Milliarden Franken generieren.

Trendwende in den USA
Auch die USA kündigten erst kürzlich eine Kehrtwende in Sachen Währungsstrategie an. War es bisher noch das Ziel, den Dollar möglichst stabil zu halten, steht nun eine Entwertung ebendieser Währung im Fokus. “Offensichtlich ist ein schwächerer Dollar gut für uns” so US-Finanzminister Steven Mnuchin. Was für die USA aus Export-Gesichtspunkten durchaus erstrebenswert erscheint, vermag andere Volkswirtschaften wie beispielsweise Deutschland jedoch hart zu treffen. Auch hier stellt sich die Frage, inwiefern man vergangenen Aussagen noch Glauben schenken kann, wenn jederzeit mit abrupten Strategiewechseln zu rechnen ist?

Deutsche Bank in Edelmetall-Manipulationen verstrickt
Doch auch privatwirtschaftliche Unternehmen halten sich kaum zurück in Sachen Manipulationen. So gestand erst kürzlich ein Trader der Deutschen Bank, dass die Kurse von Gold und Silber maßgeblich beeinflusst worden seien. Auch andere Großbanken seien beteiligt gewesen. Obwohl das deutsche Geldinstitut bisher noch nicht direkt angeklagt wurde, stellen die neuesten Anschuldigungen einen weiteren herben Schlag gegen das ohnehin schon beschädigte Image dar. Die gesamte Branche dürfte einem neuerlichen Vertrauensverlust seitens der Anleger ausgesetzt sein. Und auch hier stellt sich wieder eine ganz entscheidende Frage: Wem kann ich als Anleger in solchen Zeiten eigentlich noch vertrauen?

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Hubert Beck

Diplom-Kaufmann (FH) Hubert Beck ist bereits seit über 26 Jahren als Selbstständiger Berater und Autor tätig. Bezogen auf das Thema Geld ist seine Auffassung, dass Geld-Wissen wichtig ist: Wie organisiert man sich finanziell? Womit nimmt man Geld ein, und wofür gibt man es aus? Wie gelingt es, dass sich Geld vermehrt? Wie lässt sich Überschuldung verhindern? Wie zieht man sich aus einem wirtschaftlichen Tief wieder nach oben?
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