Börsencrash- Wann wird es soweit sein?

Steht der nächste Börsencrash bevor? Auf diese Idee könnte man kommen, wenn man die Finanzmärkte genau beobachtet. Dort sind die Notenbanken schon vom Pfad einer sehr ausgedehnten Geldpolitik abgewichen und entziehen dem Markt Liquidität. So schlimm wäre das nicht. Doch die steigenden Zinsen treffen auf eine Rekordverschuldung. Ein Tanz auf dem Vulkan, der sogar zu Finanz Unruhen führen könnte.

Die Verschuldungsspirale dreht sich weiter

Heute hat die weltweite Verschuldung die Grenze von 230 Billionen Dollar bereits überschritten. Zwar sollte man Schulden nicht grundsätzlich verteufeln. Ohne die Chance, ein Darlehen aufzunehmen wären weder Wachstum noch Wohlstand möglich. Aber das Niveau der Verschuldung ist rund um die Welt eindeutig zu hoch. Selbst bei den privaten Haushalten sind die Ausgaben inzwischen oft schon größer als die Einnahmen. Können hier hunderttausende Kredite nicht mehr bedient werden, wächst auch hier das Risiko für einen Banken-Crash. Pleiten. Ohnehin sind Schwingungen an den Finanzmärkten durch ein hohes Schuldenniveau höher und Aktienkurse niedriger, als sie es sein könnten. Auf der volkswirtschaftlichen Seite ist das Wachstum geringer. So dauern Rezessionen generell länger.

Inzwischen steigt am Horizont ein Gespenst auf. Die Frage ist nämlich nicht, ob es zu einem Börsencrash kommt. Sie lautet: Wann wird es soweit sein. Ärger bereiten inzwischen sogar die Lieblinge der Anleger: Die ETFs. Von ihnen geht eine unterschätzte Gefahr aus. So warnt der Gründer der Vanguard Group, der 89 Jahre alte John Bogle davor, ausschließlich in die Indexfonds zu investieren. Würde das jeder tun, so Bogle, wäre das Chaos nicht abzuwenden. Da man dann weder kaufen noch verkaufen könnte, würde es keinen Markt und Liquidität mehr geben.

Die Türkei eröffnet den Reigen 

Inzwischen sind die Finanzmärkte bereits in Aufruhr. Grund ist der dramatische Sturz der türkischen Lira. Allerdings hat die Talfahrt schon im Jahr 2013 begonnen. Seit dem Jahr 2016 hat sie sich noch einmal beschleunigt. Damit läutet der Kurssturz der türkischen Lira lediglich eine weitere Runde ein. Für die türkischen Schuldner jedoch hat er katastrophale Folgen mit unvermeidlichen Folgen. Viele Kreditnehmer können bald höhere Beträge nicht mehr zahlen. Sie gehen in Konkurs und die Banken erleiden Verluste. Betroffen sind Kreditinstitute in der Türkei, Kredite in Fremdwährung vermittelt haben und Institute in Westeuropa, die türkische Investoren finanzierten. Die Liste der Geldgeber im Ausland führen Banken aus Spanien mit Geldforderungen in Höhe von mehr als 80 Milliarden Dollar an. Frankreich folgt mit 38 Milliarden Dollar. Deutschland ist immerhin noch mit 21 Milliarden Dollar dabei. Der türkische Staat, so ist anzunehmen, wird seinen nationalen Banken zur Hilfe eilen. Für die Institute in Europa und den USA müssten dann die EZB und die FED in die Bresche springen.

Russland steigt aus

Inzwischen handelt ein anderer Akteur weit überlegter. Als Antwort auf die neuen Sanktionen, die US-Präsident Trump verkündete, hat die Regierung Russlands im Mai beinahe den vollständigen Bestand ihrer US-Staatsanleihen abgestoßen. In nur zwei Monaten fuhr das Land in einer beispiellosen Verkaufsserie den Bestand dieser Papiere auf annähernd Null herunter. Kluge Entscheidung: Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin kündigte im Mai an, das Staatsvermögen breiter gestreut anzulegen. Ziel sei es, sich zum Teil aus dem Finanzmärkten der USA zurückzuziehen. Das Monopol des Dollars sei nicht ausreichend verlässlich, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Putin. Es sei sogar gefährlich für viele.

Hubert Beck

Hubert Beck

Diplom-Kaufmann (FH) Hubert Beck ist bereits seit über 26 Jahren als Selbstständiger Berater und Autor tätig. Bezogen auf das Thema Geld ist seine Auffassung, dass Geld-Wissen wichtig ist: Wie organisiert man sich finanziell? Womit nimmt man Geld ein, und wofür gibt man es aus? Wie gelingt es, dass sich Geld vermehrt? Wie lässt sich Überschuldung verhindern? Wie zieht man sich aus einem wirtschaftlichen Tief wieder nach oben?
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