Behavioral Finance – Zukunftsweisend oder Unfug?

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Seit den 1980er Jahren entstand zunächst in den USA die sogenannte Verhaltensökonomie(Behavioral Economy) mit dem auf die Finanzmärkte fokussierten Teilbereich der Behavioral Finance. Diese stellte die klassische Theorie des Homo oeconomicus infrage, nach der man von einer Grundsituation menschlicher Entscheidungen ausging, die stets auf Nutzenmaximierung bedacht sei. Die Anhänger der Behavioral Finance wollen dagegen explizit die “Fehler” und Irrationalitäten menschlicher Finanzentscheidungen analysieren, um daraus Handlungsempfehlungen für das Individuum ableiten zu können.

Welche Erkenntnisse lassen sich mit Behavioral Finance gewinnen?

Ökonomen der Verhaltensökonomie haben mittlerweile verschiedene Verhaltensmuster lokalisiert, die den Menschen (und auch die von ihm programmierten Algorithmen) bei finanziellen Anlageentscheidungen mutmaßlich schlechter agieren lassen, als die in einer “optimalen” Welt möglich wäre. So lässt sich unter dem Schlagwort “Recency” zum Beispiel feststellen, dass Menschen den Ereignissen aus der jüngeren Vergangenheit oftmals größeres Gewicht beimessen als schon weiter zurückliegenden Erkenntnissen. Dies kann das Verhalten nachteilig beeinflussen, da wirtschaftliche Entscheidungen oft in zeitlichen Kurven über Jahrzehnte hinweg zu betrachten sind. Auch sogenanntes “Mental Accounting”, die Bildung geistiger Konten für verschiedene “Abteilungen” der eigenen Finanzplanung, kann zu einem nicht notwendigen Pessimismus bei Anlageentscheidungen führen. Vertreter der Verhaltensökonomie merken hierzu an, dass eine ganzheitliche Sicht auf die eigenen Investitionsentscheidungen das Verhalten besser steuern ließe und so auch das Anlageergebnis für die Zukunft verbessern könnte. Ähnlich verhält es sich mit der als “Loss Aversion” bezeichneten Angst: Obwohl es allgemein akzeptiert ist, dass Risikostreuung eine wichtige Säule für verantwortliches Investieren darstellt, wollen manche Anleger dies vermeiden. Zu groß ist deren Angst, bei vielen parallelen Anlageprodukten in einzelnen Teilbereichen unangenehme Verluste einzufahren. Ambivalenter ist dagegen die in der Verhaltensökonomie “Overconfidence” genannte Selbstüberschätzung zu sehen: Einerseits können realistische Gedanken über die Zukunft manche Gewinne von vornherein unmöglich machen, da sie einen gewissen Pessimismus begünstigen können. Andererseits sollten Anleger – egal ob es gesamtwirtschaftlich gerade einen Auf- oder Abschwung geht – ihre eigenen Erkenntnisse zu den Marktchancen auch nicht überschätzen. Von den weiteren Analysefeldern der Behavioral Finance sind vor allem noch “Herding” und “Overreaction” zu nennen: Herdenverhalten führt oftmals zum späten, überteuerten Einstieg in vermeintlich glorreiche Finanzprodukte, während es in Krisen oftmals zu raschen Überreaktionen kommt.

Welche Bedeutung sollte man der Behavioral Finance beimessen?

Die Verhaltensökonomie hat Anhänger und Gegner – trotzdem kam man aus den bisher gewonnenen Erkenntnissen Nutzen ziehen und zum Teil auch alte Anlageweisheiten bestätigt sehen. In den Seminaren von geld-lerngang.de werden Sie beispielsweise das nötige Hintergrundwissen zu finanziellen Entscheidungen erhalten, um ihre eigenen Denkmuster, Ziele und Möglichkeiten realistisch betrachten und so auch verantwortungsvolle Entscheidungen im Finanzbereich treffen zu können. Als Quintessenz lässt sich aus vielen Erkenntnissen der Verhaltensökonomie ableiten, dass “Panikreaktionen” und bei Investitionen in Aktien und andere Börsenprodukte eher zu vermeiden sind. Bei geld-lerngang.de können Sie dagegen unter professioneller Anleitung erkennen, wie Sie Potenziale des Marktes langfristig ausnutzen und durch irrationales menschliches Verhalten ausgelöste “Blasen” oder “Finanzkrisen” möglichst unbeeindruckt überstehen können.

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Hubert Beck

Diplom-Kaufmann (FH) Hubert Beck ist bereits seit über 26 Jahren als Selbstständiger Berater und Autor tätig. Bezogen auf das Thema Geld ist seine Auffassung, dass Geld-Wissen wichtig ist: Wie organisiert man sich finanziell? Womit nimmt man Geld ein, und wofür gibt man es aus? Wie gelingt es, dass sich Geld vermehrt? Wie lässt sich Überschuldung verhindern? Wie zieht man sich aus einem wirtschaftlichen Tief wieder nach oben?
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